Geschichte der Sächsischen Posaunenmission
Die Posaunenchorarbeit ist seit ihren Anfängen eine geistliche und musikalische
Laienbewegung der evangelischen Kirche, obwohl heute auch musikalisch sehr gut
ausgebildete Bläser und hauptamtliche Kirchenmusiker darin mitwirken. Die
Wurzeln der geistlichen Bläserarbeit in Sachsen reichen weit zurück.
Seit der Reformationszeit
unterstützten in vielen Städten
Instrumentalgruppen von Laienmusikern, zu denen auch Blechbläser gehörten, als
Adjuvanten (Förderer, Unterstützer) die Kantoreien.
In Dörfern und Städten der Oberlausitz
finden wir seit dem 18. Jahrhundert Laienbläsergruppen, die mit einem "Chor
Posaunen", als einem Quartett Zugposaunen von der Sopran- bis zur Basslage, in
den Kirchen musizierten und die Choräle begleiteten.
Ende des 19. Jahrhunderts
wird die Posaunenchorarbeit - ausgehend von Westfalen - auch in Sachsen eine
Breitenbewegung. Viele Posaunenchöre, deren Instrumentarium sich aber
größtenteils aus Vertreters der Bügelhornfamilie (Flügelhorn, Tenorhorn, Bariton
und Tuba) zusammensetzt, entstehen in den christlichen Jünglings- und
Jungmännervereinen. 1897 feierten die evangelischen Posaunenchöre in Chemnitz
ihr 1. Landesposaunenfest, an dem 14 Chöre mit 93 Bläsern teilnahmen.
Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts
prägte Pfarrer Adolf Müller die
sächsische Posaunenchorarbeit. In seinen "Posaunenfeierstunden" schuf er Modelle
für die Schriftauslegung durch Lied und Musik. Außerdem erschloss er den
Posaunenchören den Zugang zu alter und zeitgenössischer Instrumentalmusik, etwa
durch die Herausgabe der Werke von Johann Hermann Schein, Samuel Scheidt,
Michael Praetorius, Gottfried Reiche und Johannes Pezelius.
Nach dem tiefen Einschnitt des 2. Weltkriegs,
der auch manche Posaunenchöre zum Verstummen brachte, gab es viele Neugründungen
von Chören. Diese Aufbauphase prägte neben den ehrenamtlichen
Landesposaunenpfarrern besonders der Landesgeschäftsführer und spätere
Landesposaunenwart Christoph Franke. Im Reisedienst setzte das Landessextett
Maßstäbe und betreuten Chorpfleger die Chöre. Auch Mädchen und Frauen fanden
Zugang. Das Instrumentarium veränderte sich durch die stärkere Bevorzugung von
Trompeten und Posaunen. Originalkompositionen für Posaunenchöre entstanden.
Unter den hauptamtlichen Landesposaunenpfarrern Siegfried Fritz
und Hartmut Rau
wurde vor allem - auch durch die Zusammenarbeit mit namhaften
Berufsbläsern wie etwa Prof. Ludwig Güttler - die technische und musikalische
Ausbildung der Bläser verbessert und so das Niveau der Posaunenchöre gehoben.
Die Chöre wagten sich an anspruchsvollere Literatur heran. Sowohl im kleinen
Chor als auch bei den großen Posaunenfesten legten sich beachtliche Proben davon
ab. (Klaus Schlegel, Landesposaunenpfarrer von 1994 - 2000)
Quelle: Sächsische Posaunenmission
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